Honig ist mit Abstand das wichtigste Bienenprodukt und zählt für uns Menschen zu den hochwertigsten Lebensmittel, da es ein absolut reines Naturprodukt ist.

Es gibt viele verschiedene Honigsorten, die sich in Geschmack, Farbe und Konsistenz unterscheiden. Haben sie diese schon probiert?


Akazienhonig
(Robinienhonig) Akazienhonig stammt von den Blüten der Robinie (Robinia pseudoacacia), auch Scheinakazie genannt, ab. Dieser Honig hat eine helle, gelb bis grünlich klare Farbe, schmeckt lieblich mild und bleibt sehr lange flüssig. Akazienhonig eignet sich auf Grund seines lieblichen Geschmacks ideal zum verfeinern und Süßen von Tee und Speisen.

Blütenhonig Der Klassiker aller Honigsorten. Honig welcher aus Blüten-Nektar verschiedener Pflanzenarten hergestellt wurde, wird als Blütenhonig bezeichnet. Er hat eine gelbe bis bernsteinbraune klare Farbe, kristallisiert schneller und da er meist im Frühling zur Obstblüte entsteht, schmeckt er bekömmlich fruchtig. 

Cremehonig Dieser Honig ist keine eigene Sorte, sondern wird durch rühren z.B. von Blütenhonig hergestellt. Blütenhonig kristallisiert rasch und wird fest. Durch einen Rührprozess wird der Honig wunderbar cremig und streichfähig. 

Heidehonig Stammt aus Heidegebieten, wie z.B. der Lüneburger Heide in Deutschland. Der Honig ist aufwendig in der Herstellung, da er meistens nicht geschleudert, sondern gepresst werden muß. Für den Heidehonig ist seine geleeartige Konsistenz typisch, welche von dem hohen Eiweißverbindungen herrührt. Er hat eine hellbräunliche Färbung, wird als Cremehonig angeboten und besticht durch seinen außergewöhnlich, würzigen Geschmack.

Lindenblüten-/Lindenhonig Der Lindenhonig stammt meistens aus Lindenwäldern oder von den Linden aus Parks im städtischen Bereich. Echter Lindenblütenhonig besteht hauptsächlich aus Lindenblütenektar, hat eine grünliche Färbung und schmeckt fruchtig und leicht nach Minze. Es gibt aber auch Lindenhonig, dieser besteht mehrheitlich aus dem Honigtau der Linden, schmeckt fruchtig, würzig und ist in der Farbe gelb/orange.

Löwenzahnhonig Er stammt von blühenden Löwenzahnwiesen wie z.B. am Bisamberg bei Wien. Löwenzahnhonig ist in der Farbe gelb und hat ein nicht zu süßes, aber kräftiges und fruchtiges Aroma.

Rapshonig Der Raps ist für unsere Bienen im Frühjahr eine ergiebige Nektarquelle und daher der häufigste Sortenhonig. Der Honig hat im flüssigen Zustand eine hellgelbe Farbe, kristallisiert oder gerührt wird er weiß. Er kristallisiert schnell und wird daher gerührt und als Cremehonig angeboten, im Geschmack ist er typisch fruchtig mild.

Sonnenblumenhonig Ebenfalls ein sehr beliebter Honig, welcher durch den hohen Pollenanateil goldgelb aussieht und in der Regel als Cremehonig zu finden ist. Der Honig hat ein mildes fruchtiges, leicht zitroniges Aroma.

Waldhonig Waldhonig ist der beliebteste Honigtauhonig und stammt von Nadel-, oder wie bei uns im Wienerwald von Laubbäumen. Der Gehalt an Mineralstoffen und Enzymen ist bei diesem Honig besonders hoch und bleibt auf Grund des höheren Fruchtzuckeranteils lange flüssig. Dieser Honig zeichnet sich durch seine dunkle, braun bis dunkelbraune Farbe und im Gegensatz zu den lieblichen Blütenhonigen durch einen kräftigen, herbwürzigen Geschmack aus.

 

Wie entsteht Honig eigentlich? Bienen erzeugen Honig, indem sie Nektar und Honigtau sammeln, ihn mit körpereigenen Enzymen, Eiweißstoffen, Säuren anreichern, von Biene zu Biene umtragen, trocknen und anschließend in Waben speichern, wo er reifen kann. Sobald die Honigzellen mit Wachsdeckeln von den Bienen verschlossen wurden, ist der Futtervorrat über den Winter und lange darüber hinaus haltbar.
Blütenhonig/Waldhonig, was ist der Unterschied? Blütenhonig ist eine allgemeine Bezeichnung für Honig, den Bienen hauptsächlich aus Blüten-Nektar herstellen, jedoch nicht überwiegend von einer Trachtpflanze stammt. Blütenhonig ist hellgelb bis gelb und hat einen relativ milden Geschmack.
Natürlich gibt es auch Sortenhonige welche überwiegend aus dem Nektar einer einzigen Trachtpflanze hergestellt wurden, wie z.B. Akazien-(Robinien-), Edelkastanien-, Klee-, Linden-, Löwenzahn-, Raps-, Sonnenblumenhonig, etc.
Während der Blütenhonig direkt aus Blütennektar gewonnen wird, entsteht Waldhonig aus Honigtau, welcher von Blatt- und Schildläusen gebildet wird. Die Insekten ernähren sich vom Saft verschiedener Pflanzen und hinterlassen auf Blättern, Nadeln und Zweigen einen klebrigen Film aus klarer, zuckerhaltiger Flüssigkeit, welche die Bienen aufnehmen und im Bienenstock zu Honig verarbeiten. Im Gegensatz zum Blütenhonig ist Waldhonig in der Farbe eher dunkel, schmeckt würzig-herb und enthält mehr Mineralstoffe.

Warum kristallisiert Honig? Honig wird abhängig von der Honigsorte und dem Glucoseanteil früher oder später fest, er kristallisiert. Durch intensives Rühren während dieser Kristallisationsphase werden die sich bildenden Zuckerkristalle mechanisch zerkleinert und es entsteht ein feincremiger, weicher Honig. Man spricht hier von Cremehonig.

Warum sind Bienen so wichtig für uns? Bienen und Blütenpflanzen bilden durch ihre Symbiose das Fundament unserer Lebensmittelproduktion. Vom süßen Nektar angelockt, nehmen Bienen diesen als Nahrung auf und bestäuben gleichzeitig andere Blüten mit dem hängengebliebenen Pollen der vorangegangenen Blüten, sodass diese sich vermehren können. Die Bestäubung durch die Honigbiene sorgt für hohe Fruchterträge, keimfähige Samen und voll ausgebildete Früchte mit besserer Fruchtqualität.

Aus was besteht Honig? Wie Haushaltszucker (Saccharose) besteht Honig auch aus Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose), wobei bei Honig der Fructoseanteil höher ist (⌀ 38 % Fructose und ⌀ 30 % Glucose) sodass er eine höhere Süßkraft bei geringerer Menge als Zucker hat. Auf Grund seines Wassergehalts (⌀ 17%) hat er auch etwas weniger Kalorien als Haushaltszucker, und enthält in geringen Mengen auch Saccharose, organische Säuren, Enzyme, Mineralstoffe, sowie Inhibine mit antibakterieller Wirkung.

Ist Honig nur ein Lebensmittel? Honig wird heute immer noch z.B. bei Halsschmerzen, oder mit warmer Milch als beruhigender Schlaftrunk eingenommen. Aber die alten Ägypter vor mehr als 2000 Jahren wußten bereits, dass Honig auch die Wundheilung unterstützt. Obwohl noch im 1. und 2. Weltkrieg, bei schlecht heilenden Verletzungen von Soldaten verwendet, verdrängten danach schnell Antibiotika den Honig als Mittel zur Wundheilung.
Heute wissen wir, dass die Bienen bei der Herstellung des Honigs das körpereigene Enzym "Glucose-Oxidase" hinzufügen, welches dafür sorgt, dass aus dem Zucker im Honig permanent kleine Mengen Wasserstoffperoxid entstehen, welches durch seine antiseptische Wirkung selbst Bakterien abtötet, bei denen Antibiotika nicht wirken. Für oberflächliche Behandlungen von Wunden darf jedoch nur ein speziell gereinigter "Medihonig" verwendet werden.